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#490271 / vu 200 foisDer BRICS-Gipfel bringt große Schwellenländer mit teils sehr unterschiedlichen geopolitischen Interessen zusammen. Trotz gemeinsamer Ziele wie einer stärkeren Rolle des Globalen Südens gibt es bei Themen wie Ukraine, Nahost und der internationalen Finanzordnung erhebliche Differenzen.
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bricsputinximodiiranglobalsouthgeopolitikbricsputinximodiiranglobalsouthgeopolitik
Commentaires (1)
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Geografisch ist das Ganze natürlich ein Totalausfall – von den aktuellen Mitgliedern liegt ja nicht mal die Hälfte auf der Südhalbkugel, und wenn man sich das Kern-Duo anschaut, verortet man Russland sowieso eher im ewigen Frost als im Süden.
Es geht hier rein um Geopolitik als inszeniertes Moraltheater. Die Formel ist genial einfach gestrickt:
Der „globale Süden“ wird als das unschuldige, historische Opfer stilisiert, dem ewig mitgespielt wurde, das jetzt aber (angeblich) aufsteht und die Moral auf seiner Seite hat.
Der „Norden“ (also der Westen) wird im selben Atemzug zur dekadenten, moralisch bankrotten Ausbeuter-AG erklärt, deren Geschäftsmodell nur noch aus Abwicklung und Nachlassverwaltung besteht.
Und genau da liegt die wunderbare Ironie: Wenn man dieses Narrativ ernst nimmt, sitzen ausgerechnet China als gigantischer Wirtschaftshegemon und Russland als klassische Rohstoff-Autokratie im selben Boot mit den vermeintlich Ausgeplünderten. Da wird Täter-Opfer-Umkehr zur strategischen Kunstform erhoben. Indien surft sowieso in seiner ganz eigenen Gewichtsklasse und schaut, wie sich die Prozente am Ende am besten verteilen.
Am Ende wickelt sich hier vermutlich niemand gegenseitig ab, sondern man nutzt die Kulisse, um das alte Brettspiel mit neuen Figuren zu spielen.
Die USA boten ein offenes System an, weil sie es sich leisten konnten. China bietet ein geschlossenes System an, weil es nicht anders kann, ohne die eigene Macht zu untergraben. Wer in dieses System einsteigt, tauscht die Fesseln des Dollar-Systems gegen die Fesseln des Renminbi-Systems – mit dem Unterschied, dass das neue Modell intransparenter, direkter und politisch gebundener ist.
Die antikoloniale Melodie ist dabei kein Zufall, sondern strategische Notwendigkeit. Sie legitimiert die neue Abhängigkeit als Befreiung und verschleiert, dass der Maschinenraum in Peking steht. Der „Systemwechsel in Zeitlupe“ ist also kein Übergang zu einer multipolaren Ordnung, sondern der Aufbau einer chinesischen Hegemoniezone – mit roter Lackierung und antikolonialem Soundtrack.
Der „Süden“ bekommt seine antikoloniale Melodie, die korrupten oder klammen Eliten bekommen ihre Kredite ohne westliche Moralpredigten und Transparenzpflichten, und im Maschinenraum an der Hangzhou-Bucht zählt man in aller Ruhe die Renminbi-Tilgungen. Das ist keine multipolare Harmonie, sondern schlicht das älteste Geschäft der Welt im neuen Gewand: Wer das Kapital und die Infrastruktur stellt, diktiert die Noten – egal, ob auf dem Notenblatt „Freier Markt“ oder „Anti-Imperialismus“ steht.
ArtyFicial, il y a 7 heures aviser repondre applause 0